Schützenverein Edesheim

Helden im Hintergrund

Helden im Hintergrund: Reinhard Schuhmann ein Schütze und Oldtimerliebhaber

 

Reinhard Schuhmanns große Leidenschaft ist der Schießsport. Seit 1970 ist er im Schützenverein Edesheim und prägt das Vereinsleben wie kaum ein Zweiter. Der Verein profitiert davon, dass er gelernter Dreher ist.

Reinhard Schuhmann stammt aus Edesheim, er lebt seit 31Jahren mit seiner Frau in einer umgebauten Scheune in Böchingen. Der 65-Jährige, der in Edenkoben Dreher gelernt hatte, arbeitete in Neustadt und Burrweiler und landete bei Daimler in Wörth, wo der Vater von Zwillingen 29 Jahre als Schichtarbeiter in der Vormontage tätig war. Seinen zwei Oldtimern, einem DKW-Motorrad aus dem Jahre 1956 und einem 33 Jahre alten Mercedes der Baureihe W201, widmet Schuhmann viel Zeit. „Die Gartenpflege und Reparaturarbeiten, am liebsten an landwirtschaftlichen Maschinen“, liegen ihm. „Im Laufe der Jahre habe ich mir eine kleine Werkstatt aufgebaut inklusive Hebebühne, Drehbank und Schweißgerät.“

Seit 50 Jahren ist er im Schützenverein Edesheim. Das wurde ihm in die Wiege gelegt. Sein Vater war leidenschaftlicher Schütze. Mit sieben Jahren trat Schuhmann junior dem Schützenverein Rhodt bei. Weil es nach drei Jahren zu wenig jugendliche Schützen in Rhodt gab, wechselte er zum SV Edesheim. In den Anfangsjahren hieß sein Sportgerät Luftgewehr, 1993 kam die Luftpistole hinzu. Da im Jahr 2008 ein Kurzwaffenstand im Schützenhaus aufgebaut wurde, entschloss er sich, auch mit der Kleinkaliber-Sportpistole anzutreten. Schnell wurde ihm klar, dass er sich im Schützenverein einbringen möchte.

1972 ließ er sich in den Ausschuss wählen. Seit nunmehr 48 Jahren ist er Schießleiter. Jeden Dienstag, Freitag und Sonntag öffnet das Clubheim – jedenfalls war es bis Corona so – und zuständig für den Schießbetrieb ist dann Reinhard Schuhmann, der auch die Schützenkasse verwaltet. Er bringt sich bei sämtlichen Reinigungs – und Instandhaltungsarbeiten ein und übernimmt als Mannschaftsführer das Protokollschreiben. „Aufgrund meines handwerklichen Geschicks bin ich Ansprechpartner, wenn ein Sportgerät mal den Geist aufgibt“, schildert der Kurz- und Langwaffenschütze.

Schon seit Jahren übernimmt er einmal im Monat den Wirtschaftsdienst. Er bringt sich bei allen Festlichkeiten des Vereins ein, wenn Not am Mann ist. Weil dem Schützenverein im Jahre 1999 eine Räumungsklage angedroht wurde, begann im Mai der Umbau des alten Raiffeisenlagers in Edesheim. Am 12. Februar 2000 konnte das neue Schützenhaus eingeweiht werden. Schuhmann war täglich auf der Baustelle zu finden und arbeitete parallel dazu im Schichtdienst. Für diese Tätigkeit ernannte sein Verein ihn zum Ehrenmitglied. Bei Arbeitseinsätzen fährt der 65-Jährige als einer der Ersten mit seinem Pkw mitsamt dem mit Arbeitsgeräten bestückten Anhänger vor. „Rund 90 Prozent der Arbeitsgeräte an Arbeitseinsätzen stammen von mir“, erzählt Schuhmann, der dann auch die einzelnen Aufgaben verteilt. „Wichtig ist mir die Betonung, dass ich nur ein Teil eines großartigen Teams bin. Nur in der Gemeinschaft kann man viel auf die Beine stellen“, sagt er.

Der Schützenverein ist emsig: drei jährliche Fischessen, Dorfmeisterschaft, Ostereierschießen, Tag der offenen Tür, das Helferessen inklusive Bingo-Abend, Jahrmarkt und Weihnachtsfeier, Wandertag am 3. Oktober inklusive Abschluss im Restaurant, ein dreitägiger Ausflug mit dem Bus im August. Beliebte Ausflugsziele liegen allesamt im süddeutschen Raum. Seit 2013 sammelt der Schützenverein Edesheim in der Zeit vor Weihnachten für die Tafel in Edenkoben.

Beim Fischessen am Karfreitag versorgt ein zehnköpfiges Team rund 100 Gäste. An der Dorfmeisterschaft vor Ostern dürfen alle aus den örtlichen Vereinen, die in den vergangenen fünf Jahren nicht im Schützenverein aktiv waren, teilnehmen. Zur Siegerehrung gehört ein Schnitzelessen. Das Helferessen im Spätjahr dient dazu, allen Helfern ein großes Dankeschön auszusprechen. „Mein Ehrenamt übe ich aus, weil ich für den Schießsport lebe und gerne in der Gemeinschaft mit Kollegen sportlich aktiv bin“, sagt Reinhard Schuhmann. Sein Verhältnis zu den Mitgliedern des sehr familiären Vereins sei gut: „Ein Großteil des jetzigen Ausschusses arbeitet bereits seit mehr als 20 Jahren Hand in Hand zusammen.“

„Es würde unserem Verein sehr guttun, wenn wir weiterhin junge Mitglieder gewinnen können“, sagt Schuhmann. Die Vorstandschaft habe ein recht hohes Durchschnittsalter. „Im Sinne der Verjüngungskur würde ich auch ein wenig Verantwortung abgeben, aber nach wie vor aktiv schießen.“ Auf die Unterstützung seiner Frau kann sich Schuhmann schon immer verlassen: „Ihr Herz schlägt schon lange für meine Leidenschaft. Seit 1980 ist sie im Wirtschaftsdienst und verwaltet die Wirtschaftskasse, seit 1992 ist sie im Ausschuss des Schützenvereins.

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